Lesestoff

BildEigentlich dachte ich, den Existentialismus mit Bestehen der Abiturprüfung endgültig los zu sein….über zwanzig Jahre später holt er mich wieder ein. Die Liste des Buchclubs verlangt, dass ich Camus lese, „Der Fremde“. Zuerst wollte ich nicht, war bockig (das kennt man ja). Dann, im Urlaub, habe ich mich überwunden. Es ist ein dünnes Buch, leicht zu lesen. Aber ich finde keinen Zugang. Die trockene, eher langweilige Beschreibung einiger Tage im Leben des M. Mersault, der Tod seiner Mutter, die Ermordung eines Arabers, die Gerichtsverhandlung und das Todesurteil – das Alles lässt mich kalt. Soll es wohl. Und das ist auch das Interessanteste daran. Normalerweise lese ich Bücher, die mich packen, die tragisch, lustig oder leidenschaftlich sind. Deswegen bin ich hier etwas ratlos, weiß nicht, was ich davon halten soll. Liegt es daran, dass es in einer anderen Zeit geschrieben wurde? Vielleicht bin ich auch zu un-intellektuell und zu wenig interessiert an der Philosophie von Camus, Sartre, de Beauvoir und wie sie alle heißen. Und eigentlich will ich heute auch keine Schullektüren lesen. Meine Französischlehrerin war eine glühende Verehrerin von Camus und konnte uns mit ihrer Begeisterung zumindest ein wenig anstecken (aber das war ja auch die Zeit, als wir Hesse, Brecht, Frisch, Böll etc. freiwillig gelesen haben…). Gerne würde ich mich jetzt mit ihr austauschen…Womöglich habe ich das mit der Absurdität und dem Suchen des Sinns in der Sinnlosigkeit auch nicht richtig verstanden. Macht nix.

Wikipedia „Der Fremde“

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Austenmania

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Es gibt zwei Arten von Menschen: diejenigen, die Jane Austen lieben, und die, die damit überhaupt nichts anfangen können. Mein erster näherer Kontakt fand etwa im Jahr 2000 statt. Eine Kollegin hatte zuhause einen Beamer und lud uns zu einem Filmabend ein – „ein BBC-Film“. Was wir nicht wussten: es handelte sich um die Verfilmung von Stolz und Vorurteil als Miniserie, Gesamtdauer ca. 5 Stunden. Wir verlebten einen superlustigen Abend und fingen bei jeder Szene mit Mr. Darcy (missmutig aus dem Fenster schauend oder am Kaminsims lehnend) an zu kreischen. Die Nacht war kurz, am nächsten Tag musste ich frühmorgens zu einer Messe fahren. Aber das war es wert. Seitdem bin ich infiziert. Ich habe alles gelesen, (fast) alle Verfilmungen gesehen, auch die modernen Versionen. Austen ist altmodisch, aber witzig, intelligent und manchmal erstaunlich modern. Die Verfilmungen sind ein Muss für alle Kostümfans.

Bücher

Jane Austen

  • Emma
  • Stolz und Vorurteil
  • Überredung
  • Northanger Abbey
  • Mansfield Park
  • Sinn und Sinnlichkeit
  • Die Watsons
  • Sanditon
  • Die drei Schwestern
  • Lady Susan

Helen Fielding

  • Bridget Jones‘ Diary
  • The Edge of Reason

Karen Joy Fowler

  • Der Jane Austen Buchclub

Joan Aiken

  • Elizas Tochter
  • Jane Fairfax
  • Die jüngste Miss Ward

 

Filme

  • BBC Miniserie Stolz und Vorurteil (mit Colin Firth, the one and only Mr. Darcy)
  • Sinn und Sinnlichkeit (mit Emma Thompson und Hugh Grant)
  • Überredung (mit Sally Hawkins)
  • Mansfield Park (mit Frances O’Connor)
  • Emma (mit Gwyneth Paltrow)
  • Northanger Abbey (mit Felicity Jones)
  • Lost in Austen
  • Der Jane Austen Buchclub
  • Miss Austen regrets
  • Geliebte Jane
  • Pride and Prejudice modern (2006)
  • Lebe lieber indisch

Links

 

Bücherlisten

BildUnser Buchclub wurde 2009 an einem cocktailgeschwängerten Abend von mir und einer Freundin in einer nahegelegenen Kneipe gegründet. Weil wir unabhängig voneinander schon länger davon geträumt hatten. Es fanden sich weitere lesefreuige Frauen, die sich seither alle zwei Monate treffen. Eines unserer ersten Bücher war „Das Siegel der Tage“ von Isabell Allende. Die Autorin spricht darin von sich und ihren Freundinnen als „Frauen vom ewigen (oder immerwährenden) Durcheinander“, und diese Bezeichnung schien uns so passend, dass wir uns „Buchclub vom immerwährenden Durcheinander“ genannt haben. Mit Kindern, Verwandtschaft, Job, Selbständigkeit, Haushalt und sonstigem Leben befindet man sich automatisch im ständigen Chaos. Also ruhig bleiben und ein Buch lesen…

2010

  • Martin Suter, Der Koch
  • Siri Hustvedt, Was ich liebte
  • Katharina Hagenbach, Der Geschmack von Apfelkernen
  • Steinun Sigurdatottir, Sonnenscheinpferd
  • Isabel Allende, Das Siegel der Tage

2011

  • Christa Graf, Damit Du mich nie vergisst
  • Matthias Geschwitz, Endlich mal was Positives
  • Sofi Oksanen, Fegefeuer
  • Philip K. Dick, Blade Runner
  • Paul Mesa, Die kleine Göttin der Fruchtbarkeit
  • Lars Saabye Christensen, Der Halbbruder
  • Tolstoi, die Kreutzersonate

2012

  • Paul Auster, Buch der Illusionen
  • Alexandre Jardin, Die Insel der Linkshänder
  • Knut Hamsun, Segen der Erde & Hunger
  • Hanns-Josef Ortheil, Die Erfindung des Lebens
  • Pascal Mercier, Perlmanns Schweigen

2013

  • Ian McEwan, Am Strand
  • Petra Hauser, Das Glück ist aus Glas
  • Marlene Haushofer, Die Wand
  • Jean-Paul Sartre, Das Spiel ist aus
  • Suzanne Collins, Die Tribute von Panem
  • Charles Dickens, Eine Weihnachtsgeschichte

Buchclub

BildManchmal liest man Bücher, die man sich nicht selbst ausgesucht hat. So auch ich. Mit anderen Lesefreudigen treffe ich mich seit ein paar Jahren regelmäßig zum gemeinsamen Besprechen von zuvor gewählten Büchern. Wir haben eine bunte Mischung aus verschiedenen Genres hinter uns und dieses Jahr stehen folgende Bücher auf dem Programm:

  • Alice Munro, Die Liebe einer Frau
  • Elif Shafak, Als Mutter bin ich nicht genug
  • Albert Camus, Der Fremde
  • Herta Müller, Niederungen
  • Doris Knecht, Besser
  • José Saramago, Stadt der Blinden

Wer auch immer eines dieser Bücher gelesen hat und Gutes oder Schlechtes dazu bemerken möchte, nur zu…

Lieblingsbücher

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  • Jane Austen, Stolz und Vorurteil: ja, ich bin eine von „denen“!
  • Kerstin Gier, Rubinrot, Smaragdgrün, Saphirblau – für Prä- und Postpubertierende aller Altersklassen
  • Kerstin Gier, Silber: s.o.
  • Zizou Corder, Lionboy: spannende und fantasievolle Zukunftsgeschichte für Kinder und Erwachsene ab 9 Jahren
  • Annie Ernaux, Gesichter einer Frau: für Mütter und Töchter (aber auch Söhne)
  • Edward Rutherfurd, London: für alle Liebhaber der Stadt
  • Francis Lelord, Hectors Reise: schlicht, aber wahr
  • Timo Parvela, Ella in der Schule: für alle Schüler und Ehemaligen
  • Astrid Lindgren, Michel etc.: für alle
  • Charlotte Bronte, Jane Eyre: wunderschön intensiv geschrieben