Es sind die kleinen Dinge

Manchmal muss es gar nicht die Fernreise sein, eigentlich nie. Zu weit, zu teuer, zu anstrengend und nicht gut fürs Klima. Ganz in der Nähe, im Kleinen, im Verborgenen, kann man erstaunliche Dinge entdecken. Morgens fremde Vögel zwitschern hören, gemütlich und ohne Zeitdruck stundenlang frühstücken, plaudern, die Ruhe genießen. Und dann versteckte Zeitgeschichte erkunden, Privatsammlungen bestaunen und bei köstlichem Essen den Tag ausklingen lassen.

Wie oft laufen wir vorbei an Häusern und Denkmälern vergangener Zeiten und sehen sie nicht, halten sie für langweilig. Wir müssen uns Zeit nehmen, nachlesen, darüber sprechen, abseits der ausgetretenen Wege suchen. Und vielleicht lernen wir dabei allerlei Erstaunliches über die Stätten unserer Kindheit oder Gegenwart. Dann sehen wir Altgewohntes mit ganz anderen Augen und finden es plötzlich schön.

Es sind die kleinen Dinge und Erlebnisse, die uns dauerhaft glücklich und dankbar machen, nicht die spektakulären. Mit denen können wir zwar Andere beeindrucken, aber nicht uns selbst, jedenfalls nicht dauerhaft.

Den Landstrich, in dem ich aufgewachsen bin und den ich als junge Erwachsene fast schon fluchtartig verlassen habe, neu zu entdecken und die alten zum Teil negativen Gefühle loszulassen, war einer meiner schönsten Reisemomente bisher.

50s Museum Kapsweyer/Südpfalz

Ferienwohnungen Eichenhof/Pfalz

Café Herzog

Heimatmuseum Bad Bergzabern

 

 

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Alt werden

Wenn ich alt bin, möchte ich aussehen wie eine Mischung aus Iris Apfel und Judi Dench. Und mit alt meine ich so richtig alt, mindestens 75, mit runzligem Gesicht und krummen Fingern. Ich werde NIEMALS beige tragen, höchstens schwarz, weil ich das schon immer getan habe, und bunt, alle Farben des Regenbogens. Falls ich nicht mehr ohne Rollator auskomme, muss der auch bunt und stylish sein.

Ich will neugierig bleiben, offen für Neues und geistig rege. Ich will reisen, lesen, schreiben, malen, tanzen. Und lachen, viel lachen. Natürlich hoffe ich, dass meine Beine und mein Hirn noch einigermaßen funktionieren…. aber falls nicht, dann trage ich es hoffentlich mit Fassung.

Wenn das Universum mich mit Enkeln beschenkt, dann will ich die verrückteste und lustigste Oma sein, die es gibt. Eine, die im Hühnerstall Motorrad fährt, mit der Enkelin im Secondhand-Laden shoppen geht und sich grüne Strähnchen in die Haare färben lässt. Die mit den Enkeln im Matsch tobt und mit Fingerfarben malt. Ihnen vorliest und die Liebe zur Literatur weitergibt. Die mit ihnen tanzt und moderne Musik hört.

Sollte es mich ins Altersheim verschlagen, will ich in eines, das einen Kindergarten oder ein Studentenwohnheim integriert hat. Damit wir Alten nicht alleine unter uns sind, sondern mitten im Leben bleiben. Wir werden dort kochen, spielen, tanzen und lachen. Vielleicht kann ich mit meinem Liebsten dort wohnen, oder, falls ich alleine weiterleben muss, mit meiner Lieblings-Uli. Wir werden uns die alten Briefchen aus der Schulzeit vorlesen (lassen) und zum 1000. Mal Dirty Dancing schauen. Und mit den anderen Seniorinnen Tauschparties veranstalten.

Ich will nichts bereuen und keine jammerige Alte sein, sondern dankbar für alles, was ich bekommen habe und bereit, demnächst Blumendünger zu werden. Mein Körper ist nur die Hülle, meine Seele wird in meinen Kindern und der Erinnerung der Menschen, die mich gekannt haben, weiterleben.

Möglicherweise ist die Welt immer noch sehr unruhig und schwierig, wenn ich alt bin. Aber vielleicht haben sich bis dahin auch Dinge ereignet und entwickelt, die sie zu einem besseren Ort für uns und die Natur haben werden lassen.

Hör nie auf zu lachen und zu hoffen. Und für das Gute zu kämpfen, egal wie alt Du bist. Trage was Du willst, sei bunt und einzigartig.

Iris Apfel

Stars, die in Würde altern

Die Kunst, stilvoll älter zu werden

 

Schönheit

Was ist eigentlich Schönheit? Ähnlich wie bei Kunst lässt sich darüber nicht wirklich streiten. Und doch unterwerfen wir uns einem Ideal, dem nur Photoshop und sehr wenige echte Menschen entsprechen. Warum? Sind es die Medien oder sind wir selbst es, die diesen extremen Druck aufbauen? Womit hat es eigentlich angefangen?

Aber es tut sich etwas. Auch wenn es  nicht erforderlich sein sollte, die Menschen in Körperkategorien einzuteilen, gibt es immer mehr Curvy-Models, Curvy Mode, Curvy Magazine… vielleicht brauchen wir diese Zwischenphase. Um das Bewusstsein zu entwickeln, dass Maße wirklich völlig unwichtig sind. So lange wir so gesund wie möglich sind und uns selbst gut finden.

Das zu erreichen, ist mitunter schwer, weil wir geprägt sind von den Bildern in und um uns. Von unserer Erziehung und der Vergleicherei mit Anderen. Dabei sollten wir doch selbst unser größtes Vorbild sein. Mit allen Vorzügen und vermeintlichen Nachteilen. Mit Falten, Schwabbelbauch, Hängebusen, kurzen und dicken Beinen, Hakennase, Narben, Pickeln und schiefen Zähnen. Weil niemand sonst so aussieht und ist wie wir selbst. Außer vielleicht unser eineiiger Zwilling…

Es gibt Menschen, die für ein gesundes Körperbewusstsein und Selbstliebe kämpfen und die ich dafür bewundere. Ich wünsche mir noch mehr davon und mehr Fokus auf das, was wirklich zählt im Leben. Und das sind nicht Kilos, Kalorien und Muskeln. Wenn wir die Energie, die wir mit Selbsthass, Zweifeln, Diäten und sonstigem Quatsch verschwenden, in Engagement im gemeinnützen, sozialen, politischen oder naturschützenden Bereich stecken, was können wir dann alles erreichen! Also, ran an den Speck, äh, die Buletten…na Ihr wisst schon.

The Body Image Movement

Embrace – Du bist schön!

Texterella

The Curvy Magazine