(Sprach-)Grenzen

Kopie von Fußball 129

Gastbeitrag von meiner Lieblings-Uli:

Dass Deutsche und Franzosen eine gepflegte Fußball-Rivalität haben, ist ja allseits bekannt. „Der Hahn ist tot“ ist ja noch lustig und dass Franzosen keinen Bock auf das Gelästere ihrer Arbeitskollegen nach dem verlorenen Spiel haben, muss sportlich genommen werden. Die Rheinpfalz hat über die Freude/das Leid nach dem Spiel am Standort Scheibenhardt berichtet. Da gab es zu späterer Stunde Kommentare wie „erst Frankreich, dann die ganze Welt“ und es wurde mit der Kriegsflagge des Kaiserreichs gewunken. Parallel schicken mir Menschen,  mit denen ich meine befreundet zu sein, Bilder mit lederbemantelten Nazis vor dem Eifelturm mit „Frankreich wir kommen,  Fr 18 Uhr“ oder ein Titelbild der Titanic mit einem Panzer mit grinsendem Soldat vor dem Triumphbogen und dem Slogan „Bonjour, Froschfresser, da sind wir wieder“. Auch einen Eiffelturm mit deutscher Flagge kann ich nicht witzig finden.

Die Elsässer sprechen zunehmend weniger Deutsch und den Deutschen in Grenznähe wird Englisch wichtiger (ich meine damit die Glaubensfrage der Fremdsprache in der Grundschule). Vielleicht lese ich aktuell zu viel über Europa und die Zeit seit Ausbruch des 1. Weltkriegs („In Europa“ von Geert Mak/NL, sehr zu empfehlen). Aber die Ursachen und Auswirkungen dieser schrecklichen Zeit wirken bis heute fort und ich kann darüber nicht lachen. Dafür habe ich irgendwie zu lange Französisch gelernt und mich zu viel mit dem Nationalsozialismus beschäftigt.

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