Nachhaltigkeit

BildDas Wort ist in aller Munde, überall. Du liest es in der Zeitung, hörst es im Radio. Du bist ständig davon umgeben. Aber was bedeutet es für unser alltägliches Leben? Natürlich möchte ich dazu beitragen, den Planeten für die kommenden Generationen und besonders für meine Kinder zu bewahren. Doch es ist nicht so einfach. Wir sind ja alle ziemlich bequem (na ja, ich jedenfalls). Daher kaufen wir im Supermarkt anstatt unser Gemüse selbst anzupflanzen. Und benutzen das Auto, wenn es regnet oder die Zugverbindung zu umständlich ist. Wir kaufen Dosen und Tetrapaks und wundern uns über die volle Wertstoffmülltonne. Und wenn wir genervt und frustriert sind, gehen wir gerne mal shoppen…  Gehen wir es mal langsam an, Schritt für Schritt. Ich für meinen Teil habe beschlossen mein Konsumverhalten zu korrigieren, indem ich z.B.

– Obst und Gemüse auf dem Markt kaufe

– Konserven möglichst in Gläsern kaufe (die ich entweder aufbewahre oder zum Glascontainer bringe)

– das Altpapier für die Sammlung durch Vereine etc. aufbewahre

– den Joghurt in Pfandgläsern kaufe

– Bücher mit Freundinnen tausche, in der Bücherei ausleihe oder im Second-Hand-Buchladen kaufe (Ausnahmen bei Neuerscheinungen seien erlaubt)

– den Kleiderschrank ausmiste und alles, was ich nicht mehr anziehen mag, auf Tauschpartys, Second-Hand-Läden oder Flohmärkte bringe

– mir beim Einkaufen überlege, ob ich Dieses oder Jenes (vor allem Deko und Nippes…) auch wirklich brauche

– vermeide, Take-Away zu essen und lieber direkt ins Restaurant gehe

– weniger online bestelle (obwohl es wirklich sowas von praktisch ist…)

– meine Kinder mit Kleidung aus dem großen Familien- und Freundeskreislauf ausstatte

– versuche, verstärkt auf Qualität statt Quantität zu achten (lieber ein hochwertiges T-Shirt als zehn lumpige von Primark und Co.)

– auf Fairtrade und Bio achte

-Fruchtjoghurt mit Naturjoghurt und frischen Früchten oder Marmelade anrühre

– nur Grundreinigungsmittel von Frosch u.ä. verwende

– Waschmittel in Nachfüllpacks kaufe

– nur noch DVDs, CDs etc. kaufe, die ich wirklich auch mehrfach anschaue/-höre

– keine extreme Vorratshaltung betreibe. Ich denke eine Woche voraus und kaufe zwischendurch im Laden an der Ecke, wenn etwas fehlt

Es ist erstaunlich, wie wenig man braucht und wie sehr man sich oft überkauft. Dann sind die Schränke voll und alles staubt zu. Nachdem ich einen ehemaligen Bauernhof mit den (Müll-)Ansammlungen mehrerer Generationen ausgeräumt habe, will ich eigentlich nur noch permanent ausmisten und am besten gar nicht erst sammeln. Wie viele Gläser, Teller, Bettwäsche, Vasen, Kerzen, Tischdecken, Töpfe, Pfannen, Kissen und sonstigen Nippes brauchen wir wirklich?

 

Advertisements

Tauschgeschäfte

Bild

Wir sind wieder auf dem Weg in die Steinzeit – zumindest was das Tauschen angeht. Unsere Vorfahren haben Feuersteine gegen Felle, Muscheln gegen Pfeilspitzen, Kräuter gegen Wurzeln getauscht. Tauschen liegt im Trend. Tauschen kann man alles: Tische, Bücher, Kleidung, Filme, Werkzeug, Arbeitskraft, Know-How. Eine wundervolle Entwicklung, die hoffentlich noch viel Fahrt aufnimmt und den Primarks und Kiks dieser Welt zeigt, wo es langgeht. Vielleicht werden sogar irgendwann wieder Produkte produziert, die zwar teurer aber langlebiger sind als das heute übliche Wegwerf-Einerlei? Die Bewegung bringt Leute zusammen und setzt neue Energien frei. Ich jedenfalls tausche, verschenke und verleihe fleißig mit, auch wenn ich schon längst den Überblick verloren habe (wer hat eigentlich meine Tintenherz-Trilogie? Meine Tochter würde sie gerne lesen…). Glücklicherweise hängt mein Herz nicht besonders an materiellen Dingen. Nur die Schnupftabakdose von meinem Opa, die geb ich nicht her.

Tischtauschaktion Rheinland-Pfalz

Kulturspiegel: Eine bessere Stadt

Lesestoff

BildEigentlich dachte ich, den Existentialismus mit Bestehen der Abiturprüfung endgültig los zu sein….über zwanzig Jahre später holt er mich wieder ein. Die Liste des Buchclubs verlangt, dass ich Camus lese, „Der Fremde“. Zuerst wollte ich nicht, war bockig (das kennt man ja). Dann, im Urlaub, habe ich mich überwunden. Es ist ein dünnes Buch, leicht zu lesen. Aber ich finde keinen Zugang. Die trockene, eher langweilige Beschreibung einiger Tage im Leben des M. Mersault, der Tod seiner Mutter, die Ermordung eines Arabers, die Gerichtsverhandlung und das Todesurteil – das Alles lässt mich kalt. Soll es wohl. Und das ist auch das Interessanteste daran. Normalerweise lese ich Bücher, die mich packen, die tragisch, lustig oder leidenschaftlich sind. Deswegen bin ich hier etwas ratlos, weiß nicht, was ich davon halten soll. Liegt es daran, dass es in einer anderen Zeit geschrieben wurde? Vielleicht bin ich auch zu un-intellektuell und zu wenig interessiert an der Philosophie von Camus, Sartre, de Beauvoir und wie sie alle heißen. Und eigentlich will ich heute auch keine Schullektüren lesen. Meine Französischlehrerin war eine glühende Verehrerin von Camus und konnte uns mit ihrer Begeisterung zumindest ein wenig anstecken (aber das war ja auch die Zeit, als wir Hesse, Brecht, Frisch, Böll etc. freiwillig gelesen haben…). Gerne würde ich mich jetzt mit ihr austauschen…Womöglich habe ich das mit der Absurdität und dem Suchen des Sinns in der Sinnlosigkeit auch nicht richtig verstanden. Macht nix.

Wikipedia „Der Fremde“